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Tiere auch innerhalb ihres Geheges sehen und sogar anfassen: Das konnten am 30. Juli 2022 zehn Menschen mit Behinderungen. Als Freizeitgruppe der Offenen Hilfen innerhalb der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e. V. besuchten sie den Tierpark in Forst. Der 1. Vorstand und Geschäftsführer der Archepark gGmbH Jan-René Hartmann nahm sich viel Zeit und führte die Teilnehmenden über das gesamte Gelände. Etwas skeptisch war die Gruppe nur, als Hartmann das Tor zum Gehege der Vogel Strauße öffnete. Doch die größten Laufvögel der Erde waren sehr sanft, neugierig und ließen sich auch streicheln.
„Das war ein tolles und eindrucksvolles Erlebnis. Alle Teilnehmenden waren rundum zufrieden und hatten einen schönen Tag“, fasst Jessica Frank, Heil- und Inklusionspädagogin bei den Offenen Hilfen, zusammen. Sie hatte den Ausflug organisiert und durchgeführt.
Bei diesem einen Besuch soll es aber nicht bleiben: Im Tierpark ist oft zu viel für zu wenige Helfende zu tun. Demgegenüber steht, dass sich einige Teilnehmende der Freizeitgruppe ein ehrenamtliches Engagement dort sehr gut vorstellen können. Also muss beides nur noch zusammengebracht werden. Wie genau, ist derzeit in Planung – der Beginn einer tollen und wichtigen Kooperation!

Die Offenen Hilfen der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e. V. bieten Freizeiterlebnisse für Menschen mit Behinderungen. Ob in einem Verein, in Jugend- und Familienzentren, bei Veranstaltungen der Gemeinde bzw. Kirche, Urlaubsangeboten oder eben Tagesausflügen: Die Möglichkeiten sind vielfältig. Neugierig geworden? Zu den Jahresprogrammen der Offenen Hilfen geht es hier.

In Polizeifahrzeugen mitfahren, Vorführungen mit Diensthunden und -pferden sehen oder an einer von vielen Spielaktionen teilnehmen? Der Bruchsaler Kindertag des Polizeipräsidium Einsatz und der Hochschule für Polizei am 28. Juli machte das möglich. Die Lebenshilfe gestaltet das Mitmachprogramm auf dem Gelände in der Dittmannswiesen dieses Jahr wieder tatkräftig mit.
Der Leiter der Offenen Hilfen, Martin Scholl, hatte zusammen mit anderen Mitarbeitenden einen Kettcar-Parcours, den Menschenkicker und einen Infostand aufgebaut. Der schattige Standplatz zog bei Temperaturen um 30 ºC Groß und Klein zum Verweilen an. Wer am Lebenshilfe-Glücksrad dann noch ein Trinkerle vom CAP-Markt gewann, konnte sich ausgeruht und gestärkt in eine Partie Kicker stürzen. Auch sechs Ferienkinder der Offenen Hilfen waren vor Ort und unternahmen unter anderem eine Fahrt in einem gepanzerten Sonderfahrzeug.

Die Beschäftigten der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten in den besonderen Wohnformen der Eingliederungshilfe und auch die Vorstände der Einrichtung sind verärgert. Die Mitarbeitenden fühlen sich ungerecht behandelt. „Wir hatten die gleichen Belastungen wie im Pflegebereich“, sagen sie. Aber sie erhielten keine Bonuszahlungen nach den Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat. „Ist unser Engagement für die uns anvertrauten Menschen weniger wert?“ fragen sie. Es ist nicht nur der entgehende Geldbetrag, der sie wütend macht, sondern auch die fehlende Anerkennung ihrer Arbeitsleistung. Sven Hecker, Wohnheimleiter und stellvertretender Bereichsleiter „Wohnen“, kann sich bei diesem Thema in Rage reden: „Die Menschen mit Behinderung, die in unseren Wohnheimen zu Hause sind, konnten bei Corona-positiv nicht in den Werkstätten arbeiten und mussten in Quarantäne. Wir haben sie dann beschäftigt und begleitet.“ Ferner mussten auch in der Eingliederungshilfe alle Corona-Verordnungen umgesetzt werden - genauso wie in den Krankenhäusern und Pflegeheimen. Dadurch war ein erhöhter Betreuungsaufwand nötig. Auch die psychische Belastung der Beschäftigten durch die ständige Angst vor einer Ansteckung war enorm. Weil aber die Wohnheime zur Eingliederungshilfe gehören und nicht zur Pflege, erhalten die dort Beschäftigen keinen Bonus. „Dies schafft Ungleichheit und Unmut zwischen den Arbeitsbereichen“, sagt Bernd Gärtner, einer der Vorstände der Lebenshilfe, der unter anderem für die Wohnheime zuständig ist. Nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die der Pflege zuzurechnen sind, erhalten den Bonus in Höhe von bis zu 550 Euro. „Diese Ungleichbehandlung bei gleicher Belastung ist nur schwer zu vermitteln und überhaupt nicht nachzuvollziehen“, sagt er. „Offensichtlich kennt die Politik die hohen Anforderungen in der Eingliederungshilfe nicht und berücksichtigt sie nicht angemessen.
Die genannten Beschäftigten hatten in der Pandemie eine zentrale Rolle. Wenn Menschen mit Behinderung nicht in ihren Werkstätten arbeiten konnten, fehlte die Struktur im Tagesablauf. Familienbesuch war ebenfalls nicht möglich. Die Mitarbeitenden haben die Bewohner deshalb mit großem Aufwand und Einfühlungsvermögen betreut. „Wir fühlten uns wie in einem Dauerregen und man bietet uns keinen Schirm an“, sagt Antonina Keller, Wohnheimleiterin. Die Forderung lautet deshalb „Bonuszahlung für alle, die im sozial-pflegerischen Bereich tägig sind und keine Ungleichbehandlung nach realitätsfernen Abgrenzungen.“

Unter diesem Motto standen die Nationalen Spiele der Special Olympics in Berlin

Vom 19.-24.Juni fanden in Berlin die Nationalen Sommerspiele statt. Mehr als 4300 Sportler*innen und Sportler mit geistiger oder mehrfacher Behinderung gingen in 20 Sportarten bei den Wettbewerben an den Start. Die Lebenshilfe Bruchsal-Bretten e. V. nahm mit 9 Sportlern in den Sportarten Boccia und Rollerskating teil und kam mit viel Edelmetall im Gepäck zurück. Bei einem kleinen Empfang im Garten der Lebenshilfe in Bruchsal ließen alle Beteiligten die schönsten Momente Revue passieren.

So erzählte Alexander vom Teamwettbewerb. Ein Spielrückstand von 7:1 wurde innerhalb von 14 Minuten mit Disziplin, Strategie und spektakulären Würfen letztendlich mit 7:8 gewonnen. Auch das Finalspiel gegen die Freunde aus Baden -Baden wurde souverän gewonnen und alle konnten Gold mit nach Hause nehmen. Die Boccianer*innen Karen Linß, Alexander Walschburger, Vanessa Gärtner, Julia Simianer und Jenny Dörr erhielten im Einzel 3x Silber, 1x Bronze und 1x Platz 5. In der Disziplin Roller Skating erzielten Elis de Vita, Corina Heilig und Anna-Lena Nagel insgesamt 3x Gold, 2x Silber, 2x Bronze und 2x Platz 4 im Racing 100 m, 300 m, 500 m und dem Staffelwettbewerb. Hier wurde mit gezielten Überholmanövern der Medaille entgegengefahren.

Auch außerhalb der Wettkämpfe gab es viel schöne Momente, wie die Eröffnungsfeier in der „Alten Försterei“, die Athletendisco am Brandenburger Tor, sowie die Abschlussfeier, die ebenfalls mit tollem Feuerwerk am Brandenburger Tor stattfand.

Gemeinsam konnte das Team am letzten Tag Berlin erkunden. Der Besuch der Kuppel des Bundestages war für alle sehr beeindruckend, sowie die anschließende Schiffsfahrt, bei der es sehr heiß war. Für alle waren es erlebnisreiche Tage, bei denen das Zusammensein im Vordergrund stand.

Der Vorstand Herr Kaupisch bedankte sich bei den Sportler*innen und Trainer*innen für ihren Einsatz und wünschte für die Zukunft viel Erfolg.

Bruchsal. Im Jahr 2019 startete das Projekt Disco Pari Pari. Im Musicclub Fabrik sollten Menschen mit ohne Handicap gemeinsam feiern, so die Vision von Initiatorin Helga Jannakos. Die „Disco für alle“ wurde sofort zu einem Erfolg. Dann kam Corona, so dass erst an diesem Freitagabend daran angeknüpft werden kann.

Sieglinde Schlingwein ist dabei. „Heute haben die schon mein Lieblingslied gespielt“, sagt sie mit einem Lächeln. Die 57-Jährige ist mit einem Freund, Betreuern der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten und mit vielen weiteren Menschen mit Beeinträchtigungen zum Feiern gekommen. Sie habe unbedingt „Atemlos“ von Helene Fischer hören wollen. Diesen Wunsch erfüllt ihr DJ Sash Solute. Er spielt einen bunten Mix aus Schlager, Pop und Hits aus den 80ern, 90ern und frühen 2000ern. Es soll für jeden etwas dabei sein.

„Ich höre eigentlich jede Musik gerne und ich bin auch schon mal feiern gewesen. Das ist also super, das so viel gespielt wird“, erzählt Susanne Gamsen, die ebenfalls mit der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten mitgekommen ist, ehe sie bei den ersten Klängen von ABBAs „Gimme! Gimme! Gimme! (A Man After Midnight)“ wieder auf der Tanzfläche verschwindet. Beim Refrain singen und kreischen viele Fabrik-Gäste laut mit.

„Ich finde das super, dass heute so viele Menschen mit so vielen unterschiedlichen Geschichten hier sind“, sagt die 17 Jahre alte Jule. Die Schülerin besucht die Bruchsaler Käthe-Kollwitz-Schule, wo sie auf die Disco aufmerksam wurde. Ihre Freundinnen Julia und Natascha sind mitgekommen. „Es ist schön, wie hier alle Menschen zusammen feiern. Es kommt überhaupt nicht darauf an, wer man ist oder was man hat. Jeder wird so akzeptiert wie er ist“, findet Natascha, ebenfalls 17 Jahre alt.

„Pari“ heißt gleich. „Wir sind alle gleich. Wir sind alle Menschen. Mancher Mensch hat eine Beeinträchtigung, mancher Mensch nicht. Feiern können alle gemeinsam“, erklärt Initiatorin Jannakos, die die Disco fast im Alleingang organisiert hat. „Ich hatte das Glück, dass sich viele bereit erklärt haben, mir zu helfen, indem wir zum Beispiel kostenlos die Fabrik nutzen konnten.“ Auch die Band Simply Grey spiele ohne Gage, sagt Jannakos. Sie hat für Pari Pari mit 5.000 Flyern in Bruchsal geworben.

Die Mühen haben sich gelohnt. „Das ist alles einfach nur super gut geworden. Alle haben richtig Spaß“, meint Martin Ballert. Der 43-Jährige lebt in einer offenen Wohngruppe der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten. Auch die Initiatorin selbst ist glücklich. „Die Disco Pari Pari wird fortgesetzt werden“, kündigt Jannakos an.

Text + Foto: Florian Ertl / BNN

Wer in den nächsten Wochen für einen Termin ins Brettener Rathaus muss, der sollte bei diesem einen kleinen Stopp im Foyer der Stadtverwaltung einplanen. Dort gibt es nämlich bis zu Freitag, 8. Juli, eine ganz besondere Fotoausstellung zu sehen, die am Freitagabend im Rahmen einer Vernissage offiziell eröffnet wurde. Die Ausstellung zeigt unter dem Titel „mitten im Leben –miteinander leben“ eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Porträts von Lebenshilfe-Mitarbeitern und Bewohnern des Wohnheims im Hausertal der Lebenshilfe Bruchsal-Bretten.


Die Brettener Fotografin Sabine Meier besuchte das Wohnheim, in dem Menschen mit Behinderung leben, im Jahr 2019 einige Male, um an diesem Projekt zu arbeiten.„Zuerst sollte ich eigentlich für einen Bewohner ein biometrisches Passbild machen. Dabei kam dann die Idee zu einer Ausstellung“, erzählte Meier bei der Eröffnung der Ausstellung im Rathaus.
Bei ihrem ersten Besuch im Wohnheim sei sie „mitten ins Leben“ gekommen. „Beim Fotografieren habe ich gemerkt, wie viel die Bewohner zum Ausdruck bringen konnten. Das war beeindruckend und hat mich dazu bewegt, diese Sache weiter zu verfolgen“, sprach Meier zu den etwa 80 Besucherinnen und Besuchern der Vernissage.
Unter diesen befanden sich auch einige derer, deren Porträts in der Ausstellung zu sehen sind. Zu jeder Person wurden zwei Bilder ausgestellt. „Auf einem Bild sind die Menschen in ihren Wohnungen zu sehen. Das andere Bild zeigt die Personen bei ihrer Arbeit in der Werkstatt. Es werden also die beiden Lebensbereiche der Menschen mit Behinderung gezeigt“, so Lebenshilfe Vorstandmitglied Bernd Gärtner, der der Fotografin Meier, dem Team der Brettener Lebenshilfe und der Stadt Bretten seinen Dank aussprach.
Zu jedem Bild konnten die abgebildeten Personen einen persönlichen Kommentar abgegeben, der zusammen mit der Fotografie präsentiert wird. So ergibt sich ein tieferes Verständnis für die abgebildete Situation. „Das ist mein AC/DC-T-Shirt. Das ist das Beste“, kommentierte beispielsweise ein Mann. Eine Wohnheimbewohnerin meinte zu ihrem Bild: „Hier ist jeder Tag anders, jeder Tag ist schön.“ Auf dem Foto lacht die Frau ausgelassen. Einer Besucherin der Ausstellung kam beim Blick auf das Bild ebenfalls ein Lächeln über die Lippen.
„Es ein zentrales Anliegen der Lebenshilfe, dass wir an der Gesellschaft teilhaben. Mit dieser besonderen Ausstellung zeigt sich, dass wir Teil von Bretten sind“, sagte Gärtner.
Als offizieller Vertreter der Melanchthonstadt war Bürgermeister Michael Nöltner (CDU) gekommen. Nöltner erklärte, dass die ausgestellten Fotografien „das reale Leben“ abbilden würden. „Diese Werke, die Fotografin und die Darstellerinnen und Darsteller haben es verdient, dass diese Ausstellung ein Erfolg wird“, sagte Nöltner.

Florian Ertl / BNN

FABRIK Musicclub Bruchsal

Am 24. Juni 2022 um 18 Uhr startet bei uns eine Disco für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Handicap.
Musikalisch wird DJ Sash Solute uns den Abend mit vielen verschiedenen Musikrichtungen bedienen, sodass garantiert für Jeden etwas dabei ist.

An unserer Grillstation gibt es leckeres vom Grill.

Ihr seid alle herzlich eingeladen und der Eintritt ist frei!

nachhaltig – regional – sozial

Alle guten Dinge sind 3! Daher bietet die Schlemmerwerkstatt, vorerst zum letzten Mal in diesem Jahr, wieder ein Frühstück mit besonderen Leckereien an.

Das Team der Schlemmerwerkstatt hat sich tolle Rezepturen einfallen lassen, um Sie am Sonntag,  den 26.06.22, zu verwöhnen.

Alle Frühstückszutaten werden von regionalen Händlern bezogen und die Lebensmittel in liebevoller Zusammenarbeit zu feinen Köstlichkeiten verarbeitet – lassen Sie sich verzaubern!

Für den Preis von 29,50 € für eine Person und 49,90 € für Zwei wird das Frühstück nach Wunsch in Bruchsal, den zugehörigen Stadtteilen und Forst nach Hause geliefert. Oder Sie besuchen die Einrichtung der Lebenshilfe und holen es zum Wunschtermin ab. Das Frühstück gibt es auch in der vegetarischen Variante. Für 10,95 € bekommen auch Kinder Ihre Schlemmerportion.

Bestellungen bitte, bis spätestens Dienstag den 21.06.2022, per Mail an schlemmerwerkstatt@lebenshilfe-bruchsal.de.

Am Sonntag, der 22.05 fand der 25. Hoffnungslauf in Bruchsal statt. Wir trafen uns im Hof der Offenen Hilfen. Jeder Teilnehmende wurde mit einem gelben T-Shirt und einer Startnummer ausgestattet. Mit rund 60 Teilnehmenden waren wir die drittgrößte Gruppe, die am Lauf teilnahm. Als wir beim Startpunkt an der Stirumschule eintrafen, wurden wir direkt vom Moderator über die Lautsprecher begrüßt, denn mit unseren gelben T-Shirts waren wir nur schwer zu übersehen.

Um 15.15 Uhr ging es los. Das Wetter war optimal zum Laufen und alle waren höchst motiviert. Runde für Runde wurde gelaufen und dabei feuerten wir uns gegenseitig, teilweise auch über das Mikrofon des Moderators, an. Auf der Strecke gab es mehrere Stände, an denen man etwas zu Trinken bekam. Auch an der Eisdiele machten so manche Halt, um sich etwas abzukühlen.

Nach dem Lauf trafen wir uns wieder im Hof der Offenen Hilfen auf ein kaltes Getränk und einen leckeren Energieriegel. Alle waren ziemlich müde aber auch stolz auf die erbrachte Leistung.

Ein Rund um gelungener Nachmittag. Wir freuen uns schon auf den nächsten Hoffnungslauf!
Ein großes Dankeschön, an alle die teilgenommen haben.